Förderperiode 2014-2020

Hintergrundinformationen

Europäische Förderperioden verlaufen in Zeiträumen von sieben Jahren. Für eine Förderperiode werden die insgesamt verfügbaren Haushaltsmittel, die globalen Ziele und die Verteilung auf die verschiedenen Politikbereiche definiert. Der Vorteil für Antragsteller liegt in der Transparenz und besseren Planbarkeit, da die Schwerpunktförderung durch Generaldirektionen der EU für mehrere Jahre bekannt sind und es in diesem Zeitraum in vielen Bereichen wiederholte Antragsmöglichkeiten gibt.

Eine Billion Euro – der Haushaltsrahmen der EU für 2014–2020

Der Mehrjährige Finanzrahmen legt fest, wie viel Geld für die einzelnen Politikbereiche wie EU-Projekte in den Bereichen Bildung, Forschung und Kultur (ERASMUS+, Horizon2020 und Kreatives Europa) oder für die regionale Förderung zur Verfügung stehen.

Die vom Europäischen Rat Anfang Februar 2013 vereinbarte Gesamthöhe des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) 2014-2020 liegt bei 960 Milliarden Euro für 28 Mitgliedsstaaten. Um diese Summe zu relativieren: Sie entspricht lediglich einem Prozent des Bruttonationaleinkommens der gesamten EU-Mitgliedsstaaten.

Die Summe verteilt sich folgendermaßen auf die genannten Programme:

ERAMUS+: Das EU-Bildungsprogramm
Im EU-Bildungsprogramm ERASMUS+ sind zur Förderung von Qualifikationen und Beschäftigungsfähigkeit Mittel von nahezu 15 Mrd. EUR vorgesehen . Aus dem Programm erhalten mehr als 4 Millionen Menschen Zuschüsse , um im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit ausüben zu können.

Zwei Drittel der Gelder sind für Bildungsmöglichkeiten im Ausland für Einzelpersonen vorgesehen (sowohl innerhalb der EU als auch darüber hinaus). Die übrigen Mittel werden zum einen für Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden sowie Nichtregierungsorganisationen eingesetzt, zum anderen für Reformen zur Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie für Innovation, Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit.

HORIZON2020: Das EU-Forschungsprogramm
Die von der EU finanzierten Forschungs- und Innovationsvorhaben sollen zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in Europa und zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen. Das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 ist mit fast 80 Mrd. EUR dotiert.

HORIZON2020 soll auch dabei helfen, die großen Herausforderungen für die moderne Gesellschaft zu bewältigen, zu denen neben dem Klimawandel und der Entwicklung nachhaltiger Verkehrs- und Mobilitätsstrukturen auch günstigere Preise für erneuerbare Energien, die Lebensmittelsicherheit und die Sicherheit im Allgemeinen oder die Problematik der immer älter werdenden Bevölkerung gehören.

Die internationale Zusammenarbeit hat im Rahmen von Horizont 2020 einen hohen Stellenwert. Für die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen zur Stärkung und Karriereentwicklung von Forscher*innen werden im Zeitraum 2014–2020 über 6 Mio. EUR aufgewendet. Für das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) werden 2,7 Mrd. EUR im Zeitraum 2014–2020 bereitgestellt, um Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser zu vernetzen.

KREATIVES EUROPA: Das EU-Kulturprogramm
Kultur, Kino, Fernsehen, Musik, Literatur, darstellende Kunst und kulturelles Erbe in Europa sowie verwandte Bereiche profitieren von der  Förderung im Rahmen des neuen Programms „Kreatives Europa“. Mit nahezu 1,5 Mrd. EUR soll das Programm in den nächsten sieben Jahren der Kultur- und Kreativbranche, die eine wichtige Quelle für Beschäftigung und Wachstum darstellt, Auftrieb geben. Die Kulturhauptstädte Europas, das europäische Kulturerbe-Siegel, die Europäischen Tage des Denkmals und die fünf europäischen Preise (Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preis, der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, Literaturpreis der Europäischen Union, European Border Breakers Awards, MEDIA-Preis) werden ebenfalls mit Mitteln aus dem Programm „Kreatives Europa“ gefördert.

Die Strukturfonds
Eine gegenüber der Förderperiode 2007-2013 siebenprozentige Kürzung erfuhr der Bereich „Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt“. Diese Rubrik beinhaltet die Strukturfonds, also den Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und damit die Programme für Territoriale Zusammenarbeit (INTERREG). In einigen Bundesländern wird darüber auch der Kultursektor gefördert, so dass auch dieser von der Kürzung betroffen sein kann.

Insbesondere der Osten Deutschlands musste sich auf eine sinkende EU-Förderung im Bereich der EU-Strukturfonds um maximal ein Drittel einstellen. Der Fokus der Strukturfonds liegt nicht mehr wie in der Vergangenheit auf der Infrastruktur, sondern auf der Wirtschaftsförderung mit Unternehmensgründungen und der Umsetzung von Geschäftsideen.

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Investitionen im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden auf vier Schlüsselprioritäten konzentriert: Innovation und Forschung, digitale Agenda, Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) und CO2-arme Wirtschaft. Auf diese Sektoren entfallen rund 100 Mrd. EUR; davon sollen mindestens 23 Mrd. EUR die Umstellung auf eine CO2-arme Wirtschaft fördern helfen (Energieeffizienz und erneuerbare Energien).

Europäischer Sozialfonds (ESF)
Der Europäische Sozialfonds (ESF) soll einen signifikanten Beitrag zu den EU-Prioritäten im Bereich der Beschäftigung leisten, zum Beispiel in Form von Schulungen und lebenslangem Lernen, Bildung und sozialer Inklusion (mindestens 20 % der ESF-Mittel in jedem Mitgliedstaat müssen für die Förderung dieser Ziele ausgegeben werden). Die ESF-Zuteilungen erfolgen gemäß den Bedürfnissen jedes Mitgliedstaates, wobei ein vordefinierter Mindestbetrag gilt, was insgesamt mindestens 70 Mrd. EUR ergibt.

Anteile der Ausgabenbereiche am EU-Finanzrahmen 2014-2020:

  • Strukturpolitik: 39%
  • Agrarpolitik: 34%
  • Forschung und Technologie: 13%
  • Außenpolitik: 6%
  • Verwaltung: 6%
  • Unionsbürgerschaft: 2%

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

325 Milliarden Euro, rund ein Drittel des gesamten EU-Haushalts, fließen von 2014 bis 2020 in die regionale Entwicklung (Kohäsonspolitik der EU). Dabei werden die Investitionen auf vier Schlüsselbereiche konzentriert:

  • Gemeinsame Vorschriften für alle fünf europäischen Struktur- und Investitionsfonds: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäischer Sozialfonds (ESF), Kohäsionsfonds, Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und der Europäische Meeres- und Fischereifonds
  • Fokus auf vier Schlüsselbereiche der Europa 2020-Strategie: Zwischen 50% und 80% der EFRE-Mittel sind reserviert für Maßnahmen zur Förderung von Forschung und Entwicklung, der digitalen Agenda, der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen KMU und des Übergangs zu einer Wirtschaft mit geringem CO2-Ausstoß.
  • Im Bereich Wirtschaft mit geringem CO2-Ausstoß müssen mind. 12% bis 20% für Energieeffizienz und erneuerbare Energien verwendet werden.
  • Mitgliedstaaten und Regionen müssen die Investitionsziele klar definieren, Fortschritte messen und die Ergebnisse mitteilen.

In Deutschland stehen von 2014 bis 2020 im Bereich Strukturpolitik nur noch 17 Milliarden Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung EFRE und dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. In der vorherigen Fördergeneration waren es noch 23.6 Milliarden Euro. Zuständig für die Verteilung der Mittel aus dem EFRE sind die Bundesländer, die dazu "operationelle Programme" erstellen.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Für die Aktionsprogramme der EU gibt es auf nationaler Ebene Kontaktstellen. Sie informiren über die Programme und unterstützen Antragstellende in allen Phasen der Antragstellung.

Horizon2020:

ERASMUS+:

KREATIVES EUROPA:

Europa für Bürgerinnen und Bürger

Europeana.eu, die virtuelle Bibliothek, die das kulturelle Erbe Europas zugänglich machen soll, wird schon seit 2007 durch verschiedene Programme der EU gefördert. Auch ihre Vorläuferprojekte erhielten Finanzmittel der EU. Auf das erste Förderprogramm für die Europeana, das „Competitiveness and Innovation Framework Programme“ (CIP - Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation) folgte das „Programme for the competitiveness of Enterprises and SMEs“, kurz: COSME. Seit 2014 übernahm der Förderbereich „Connecting Europe Facility“ (CEF) . Dieses ist ein Infrastrukturprogramm der EU.  Für die Förderperiode von 2014 bis 2020 wird für das Unterprogramm Telekommunikation „CET- Telecom“ ein Budget in Höhe von ca. 1,14 Mrd. Euro zur Verfügung stehen. Der Zugang zum digitalen Erbe Europas über eine digitale Infrastruktur wird von der Europäischen Kommission als eines der Kernprioritäten im Bereich Telekommunikationsdienste definiert. Um das volle Potential von Europeana auszuschöpfen, soll die existierende digitale Infrastruktur weiter ausgebaut und verbessert werden. Durch die Unterstützung der EU über CEF soll die Europeana zu einer Plattform weiterentwickelt werden, die neben kulturellen Inhalten auch den Zugang zu Instrumenten, Technologien, Projekte und anderer Serviceangebote bietet. Übergeordnetes Ziel ist es zudem, bis 2020 bis zu 100 Millionen Objekte über die Europeana zugänglich zu machen.

Die Langzeitförderung und Ausstattung trägt Züge einer institutionellen Förderung.

Mehrjähriger Europäischer Finanzrahmen:

ec.europa.eu/budget/mff/index_de.cfm

HORIZON2020:

http://www.horizont2020.de

ERASMUS+:

www.eu.daad.de

https://www.na-bibb.de/

KREATIVES EUROPA:

https://eacea.ec.europa.eu/kreatives-europa_de

Redaktion Bibportal
Tel: (030) 644 98 99 - 19
neumann@bibliotheksverband.de

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