Netzwerk der Fachinformationsdienste

Die Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) sind ein zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur in Deutschland. Seit 2014 werden sie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und haben die früheren Sondersammelgebiete abgelöst. Während diese vor allem auf den Aufbau umfassender Literaturbestände ausgerichtet waren, verfolgen die FID einen stärker daten- und serviceorientierten Ansatz.
Ihr Mehrwert für die Wissenschaft liegt insbesondere in ihrer fachlichen Nähe: Die Angebote der bislang über 40 geförderten FID orientieren sich unmittelbar an den Bedürfnissen der Forschenden in den jeweiligen Disziplinen und ergänzen die bibliothekarische Grundversorgung um hoch spezialisierte Informations- und Serviceleistungen.
Die Fachinformationsdienste arbeiten dezentral, sind jedoch eng im gemeinsamen FID-Netzwerk verbunden. Dieses dient dem Erfahrungsaustausch, der Abstimmung von Standards und Infrastrukturen sowie der Entwicklung gemeinsamer Lösungen für die wissenschaftliche Informationsversorgung.
Ein zentraler Knotenpunkt ist das FID-Office: Es unterstützt das Netzwerk und seine Gremien, bündelt Informationen und macht Initiativen sichtbar. Zugleich fungiert es als Ansprechpartner für Interessierte und Kooperationen und bildet damit die Schnittstelle zwischen dem Netzwerk und externen Partnern aus Wissenschaft, Bibliothekswesen und Informationsinfrastruktur.
Die gemeinsame strategische Grundlage der Zusammenarbeit bildet der Aktionsplan des FID-Netzwerks. Er definiert zentrale Ziele, Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven für das Netzwerk und bündelt dabei die ganze Expertise des Netzwerks. Im Aktionsplan werden allgemeine netzwerkinterne und strukturbildende Maßnahmen ergänzt durch spezifische Handlungsfelder, wie Open-Access-Publikationen, Forschungsdatenmanagement und Künstliche Intelligenz.
Mit der fortschreitenden Etablierung der Fachinformationsdienste gewinnt auch ihre Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung. Die Stärkung der Kooperation im Netzwerk sowie der nachhaltige Ausbau des Systems stehen im Fokus der neuen DFG-Förderlinie FIDplus, die ab 2027 einsetzt. Längere Förderperioden sollen die Informationsversorgung sichern und zugleich flexibel auf neue wissenschaftliche Entwicklungen reagieren lassen.
FIDplus richtet sich an etablierte Fachinformationsdienste, die das grundlegende Förderprogramm erfolgreich durchlaufen haben und fest in ihren Fachcommunities verankert sind.
Für die Wissenschaft bedeutet dies eine besser abgestimmte, verlässliche und zugleich innovative Informations- und Serviceversorgung. Durch die Verbindung fachspezifischer Expertise mit gemeinsamer strategischer Weiterentwicklung können die Fachinformationsdienste ihre Rolle als zentrale Partner der Forschung weiter stärken.
FAQ: Programm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft – Plus“ | DFG
fid.netzwerk | Netzwerk der Fachinformationsdienste
Aktionsplan des FID-Netzwerks 2026-2028
Webis – Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken – Webis
DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft – Förderprogramm Fachinformationsdienste für die Wissenschaft
Altenhöner, R. (2023). „Das Netzwerk der Fachinformationsdienste. Selbstorganisation als Antwort auf neue Herausforderungen?“ Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, 70(4), 208–216.
Altenhöner, R., Meyer, T. & Risse, T. (2023). „Das Technik-Board des FID-Netzwerks zwischen fachlicher Spezifik und technisch-organisatorischer Zusammenarbeit – Möglichkeiten und Grenzen.“ Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, 70(4), 200–207.
Heinzelmann, S., Biela, J., Andersson, M., Klaus, C., Frankenbach, P. (2019). „Evaluierung des Förderprogramms ‚Fachinformationsdienste für die Wissenschaft'“ (1.0). Deutsche Forschungsgemeinschaft.
Wirtz, G. (2024). „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft„, in J. Johannsen, B. Mittermaier, H. Schäffler & K. Söllner (Hrsg.): Praxishandbuch Bibliotheksmanagement (2. Aufl., S. 377–394). De Gruyter Saur.